Blumenpresse selber bauen - einfaches DIY für den Sommer
- Carmen

- 9. Aug. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Aug. 2025

Der Sommer ist Erntezeit - nicht nur für Obst und Gemüse, auch für Blumen. In meinem Garten zumindest blüht es wunderschön und farbenfroh. Damit die schönen Blüten nicht verwelken, presse ich sie mit meiner selbstgebauten Blumenpresse. Die sieht nicht nur hübsch aus, sondern kann auch wirklich was. Ich zeige Dir die Vorteile einer speziellen Pflanzenpresse und wie Du Dir auch selbst eine bauen kannst. Die Materialien dafür findet man in jedem Bastel- oder Baumarkt oder vielleicht hast Du sie ja sogar daheim.
Die Vorteile einer eigenen Blumenpresse im Gegensatz zum Pflanzentrocknen im Buch
Bevor wir loslegen und unsere Blumenpresse selber bauen, noch ein paar Informationen, welche Vorteile eine spezielle Blumenpresse gegenüber dem Pressen von Blüten und Blättern in einem Buch hat.
Bessere Druckverteilung:
Im Gegensatz zu einem dicken Buch, hilft die Blumenpresse, den Druck gleichmäßig zu verteilen. Das sorgt für flache und saubere Ergebnisse. Bei Büchern gibt es oft eine ungleiche Druckverteilung, dadurch ist der Pflanzenteil, der nahe an der Bindung liegt, oft flacher gepresst, als der Teil, der am offenen Rand der Seiten liegt.
Bessere Luftzirkulation:

In der DIY-Pflanzenpresse gibt es Zwischenlagen aus Karton. Damit wird die Luftzirkulation gewährleistet. Denn jede Pflanze enthält Wasser, das beim Pressen, also dem Trocknungsprozess der Pflanze, irgendwohin verdunsten muss. In Büchern kann diese Feuchtigkeit nirgendwo entweichen, auch, wenn Du Papier zwischen die Seite legst, kann es sein, dass Dein Buch einen leichten Wasserschaden bekommt. Oder noch schlimmer: Dein Buch und Deine Pflanzen anfangen zu schimmeln.
Schnellere Trocknung:
Durch die bessere Luftzirkulation ist die Trocknungszeit auch etwas kürzer als in Büchern. Mit der DIY-Blumenpresse sind die meisten Pflanzen schon nach wenigen Tagen fertig gepresst. In Büchern dauert es oft mehrere Wochen.
Bessere Kontrolle und einfaches Nachlegen:
Mit der Blumenpresse kann man nicht nur den Druck nachjustieren, es ist auch einfacher den Trocknungsvorgang zu kontrollieren. Mit den verschiedenen Einlegeböden verrutschen die Pflanzen nicht so leicht, wie sie es beim Blättern in Büchern gerne machen. Damit kann man auch viel einfacher neue Blumen nachlegen oder alte Pflanzen easy herausnehmen.

Die DIY-Pflanzenpresse sieht hübsch aus und schützt Deine Bücher:
Willst Du dicke Blumen pressen, so kann es auch sein, dass sich Dein Buch wellen schlägt, verformt und sich am Ende die Seiten nicht mehr richtig schließen lassen. Manche Blumen können sogar Flecken auf den Seiten hinterlassen. Gerade dicke Bücher sind meist teuer, da wäre es schade, wenn man die mit ein paar Blumen zerstört. Mit einer speziellen Blumenpresse hast Du diese Probleme nicht mehr und schützt Deine Bücher. Außerdem vergisst Du Deine Blumen womöglich nicht mehr, wenn Du die Presse dekorativ aufstellst, während sie gerade ihre Arbeit macht.
Fazit der Vorteile:
Das Pressen von Blättern und Blumen geht mit der DIY-Blumenpresse schneller, sauberer, gleichmäßiger. Es schont sowohl die Blüten als auch Deine hochwertigen Bücher. Worauf wartest Du noch? Ich zeige Dir, wie Du Dir in wenigen Schritten Deine eigene Pflanzenpresse einfach selber bauen kannst.
Blumenpresse selber bauen: Dieses Material brauchst Du
Material- und Werkzeugliste:

Sperrholzplatte, mind. 3 mm Dicke, Größe A4
Bleistift und Glas zum Anzeichnen
Laubsäge
Schleifpapier, Körnung ca. 160
Akkuschrauber mit passendem Bohrer
4 Stk. Sechskantschrauben, M6 x 60 mm, Vollgewinde
4 Stk. Flügelmuttern M6
8 Stk. Unterlegscheiben M6 x 18 mm
Lötkolben oder Brandmalstation
Acrylic Gel Medium, ich habe das Gloss Gel von Liquitex verwendet
Kräuterdesign mit Laserdrucker ausgedruckt
Pappkarton
Papier
Transparenzhinweis: Alle in diesem Beitrag genannten und abgebildeten Marken und Produkte wurden von mir selbst erworben. Es besteht keinerlei Kooperation, Bezahlung oder sonstige geschäftliche Verbindung zu den genannten Marken. Die Nennung erfolgt ausschließlich zur eindeutigen Beschreibung der im Tutorial verwendeten Materialien.
Anleitung: Schritt für Schritt zur DIY Blumenpresse
Ecken an den Holzplatten abrunden
Für einen cleaneren Look hab ich an meinen Holzplatten die Ecken abgerundet. Dafür habe ich zuerst mit einem Glas die Rundung eingezeichnet und anschließend die Ecken mit der Laubsäge abgeschnitten.
Holz abschleifen
Die gesägten Rundungen und die Holzoberfläche habe ich mit einem Schleifpapier abgeschliffen. So werden die Oberfläche und die Kanten weich und glatt für den späteren Print und es gibt keine Splitter mehr, an denen man sich verletzen könnte.
Punkte und Markierungen aufzeichnen

Damit der Print später schön umrahmt wird, habe ich mit Bleistift rundherum kleine Punkte aufgezeichnet. Sie sind je 3 cm vom Rand entfernt und je 1 cm voneinander getrennt. Außerdem habe ich an allen vier Seiten die Markierung für die Bohrung mit einem X eingezeichnet. Jeweils mittig auf jeder Seite, 2 cm vom Rand entfernt.
Löcher bohren
An den vier X-Markierungen, nun mit dem Bohrer die vier Löcher bohren. Am besten ein altes Stück Holz darunter legen und vorsichtig bohren, damit das Holz nicht zu sehr splittert. Eventuell die Bohrlöcher im Anschluss nochmal mit dem Schleifpapier glätten.
Punkte einbrennen

Nach dem Bohren die eingezeichneten Punkte mit einem Brandmal- oder Lötkolben einbrennen. Probiere zuerst auf einem Reststück Holz aus, wie stark Du drücken musst und wie heiß Du ihn einstellen musst, um schöne Ergebnisse zu bekommen. Danach Punkt für Punkt den dekorativen Rahmen in das Holz einbrennen.
Botanischen Print auf das Holz übertragen
Weil Drucken auf Holz nicht möglich ist, müssen wir die Transfermethode nutzen, um unsere Blumenpresse zu verschönern. Dafür das gewünschte Design spiegelverkehrt mit einem Laserdrucker ausdrucken. Tintenstrahldrucker funktioniert leider nicht, weil damit später die Tinte im Wasser verlaufen würde. Ich habe mich für eine botanische Zeichnung einer Kamille, inkl. Beschreibung, entschieden.
Innerhalb der eingebrannten Punkte das Acrylic Gel Medium großzügig mit einem Pinsel auftragen. Dann sofort das Papier mit der Druckseite nach unten aufkleben und mit den Fingern fest streichen. Am besten über Nacht trocknen lassen. Anschließend das Papier nach und nach befeuchten und mit den Fingern abrubbeln. Damit lösen wir jetzt das Papier von der Druckertinte ab. Vor allem an filigranen Stellen vorsichtig rubbeln. Am Ende nochmal gut trocknen lassen und den transferierten Druck noch einmal mit einer dünnen Schicht Gel Medium bestreichen.
Kartoneinlagen für die Presse zuschneiden
Wie oben in den Vorteilen der Blumenpresse beschrieben, brauchen wir Kartoneinlagen für eine ideale Luftzirkulation beim Trockenvorgang. Dafür vier bis sechs Stück Pappkarton zuschneiden. Meine sind 23 x 15 cm. Zur besseren Ableitung von Feuchtigkeit aus der Blüte auch noch mehrere Papiere zum dazwischen legen in der gleichen Größe zuschneiden.
Blumenpresse fertigstellen

Im letzten Schritt die Blumenpresse zusammenbauen. Dafür die Schrauben in die vier Löcher stecken. An den Außenseiten der Löcher wird je eine Unterlegscheibe eingelegt, oben wird sie mit der Flügelmutter festgezogen.
Die Unterlegscheiben vergrößern die Auflagefläche der Schraube, verteilen den Druck besser und schützen das flexible Holz vor Beschädigungen. Mit den Flügelmuttern kann man die Blumenpresse einfach mit der Hand schließen - ohne Werkzeug.
Nochmal genauer - wir bauen sozusagen ein "Sandwich" für unsere selbstgebaute Blumenpresse: Schraube - Unterlegscheibe - Holz-Unterteil - Kartoneinlagen - Holz-Oberteil mit Print - Unterlegscheibe - Flügelmutter.
Blüten und Blätter trocknen: So verwendest Du Deine neue Blumenpresse
Wie schön ist bitte unsere neue Blumenpresse geworden? Ich bin jedes Mal ganz verliebt, wenn ich sie in meinem Bastelzimmer stehen sehe oder sie zu Hand nehme, um neue Blumen hineinzulegen.
Blüten zwischen die Papierlagen legen

Zum Trocknen Deiner Blumen öffnest Du einfach die Flügelmuttern und nimmst den Deckel ab. Zwischen die Kartoneinlagen kannst Du Deine Blüten und Blätter legen. Auch hier baue ich für jede Lage ein "Sandwich". Ganz unten liegt eine Lage Karton, darauf zwei Blätter Papier, darauf die Blüten, mit ihren Köpfen nach unten, die Blätter schön aufgefächert. Darauf lege ich wieder zwei Blätter Papier und schließe es mit einer Kartoneinlage ab. Darauf kommen dann die restlichen Kartoneinlagen oder Du machst mit den Papieren und Blumen weiter. Anschließend legst Du den Holzdeckel wieder darauf und drehst die Flügelmuttern so weit zu, bis sie wirklich fest sitzen. Wenn Du beim Schließen oben mit der Hand auf den Holzdeckel drückst, kann man noch einmal einige Umdrehungen fester schrauben.

Trockenzeit Deiner Pflanzen
So lässt Du Deine Pflanzen dann für ca. 1 Woche in der Presse. Nach dieser Zeit kannst Du einmal nachsehen, ob Du schon mit dem Ergebnis zufrieden bist. Falls nicht, gib ihnen noch einmal ein paar Tage. Die Trockenzeit variiert je nach Größe und Feuchtigkeitsgehalt Deiner Blüten und Blätter.
Ich wünsche Dir viel Spaß beim Bauen und Benutzen Deiner DIY-Blumenpresse!
Im nächsten Blogpost zeige ich Dir, wie Du aus den getrockneten Blüten schöne Lesezeichen basteln kannst.
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Kreative Grüße
Carmen

















