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„Was die Toten bewegt“ von T. Kingfisher – Zwischen Schatten, Trauer und leiser Magie

  • Autorenbild: Carmen
    Carmen
  • 11. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Eine gelungene Neuinterpretation von Edgar Allan Poe’s „Der Untergang des Hauses Usher“. Meine Buchrezension von T. Kingfisher’s „Was die Toten bewegt“ und die Frage, ob man das Original kennen muss. Atmosphärischer Grusel mit etwas Ekel, viel Spannung und der Magie von Pilzen.


In der Mitte steht ein E-Reader mit dem Cover des Buches darauf. Rundherum sind einige Requisiten passen zum Buch aufgestell: Pilze, die leuchten, Pilze aus Holz, ein Seil, Miniatur Grabsteine, Skelette und eine Klavier. Das alles auf dunkelrotem Spitzenstoff.
Was die Toten bewegt: Gelesen habe ich auf dem Kindle. Das Cover und auch meine Fotokulisse verraten einige inhaltliche Hinweise, ohne zu Spoilern. Es geht um Tod, Pilze und Wildtiere – in einem Gothic-Setting.

Wer in der dunklen Jahreszeit ein atmosphärisches Gruselbuch in einer alten, verfallenen Villa sucht und Pilze faszinierend findet, ist bei T. Kingfischer gut aufgehoben. „Was die Toten bewegt“ ist eine Neuerzählung*, bzw. Neuinterpretation vom bekannten Klassiker „Der Untergang des Hauses Usher“ vom Meister der Schauerliteratur Edgar Allan Poe.


Schauerliteratur modern interpretiert


Die Neuerzählung ist um einiges länger und deswegen auch detaillierter. Es bietet damit reichlich Platz für vielerlei Abstraktes, Kurioses und Ekliges – alles aber in einem guten, noch verträglichen Maß. Sprachlich, atmosphärisch und erzählerisch ist es meiner Meinung nach besser als das Original.


Exkurs: Kurze Review von „Der Untergang des Hauses Usher“ von Edgar Allan Poe


Zur Vorbereitung auf „Was die Toten bewegt“, wollte ich das Original kennen. Mit einer Länge von knapp einer Stunde im Audiobuch kann man den Klassiker „Der Untergang des Hauses Usher“* schnell lesen. Das Buch hat auch nur 256 Seiten in der detebe-Ausgabe. Rückblickend war das eine gute Entscheidung, weil ich so noch tiefer in der Story drin war. Zum Verständnis der Neuerzählung braucht man den Klassiker aber nicht. Der Vergleich im Nachhinein war aber schon spannend – sowohl inhaltlich als auch sprachlich.


Denn sprachlich war Poe’s Werk anstrengend zu verfolgen. Dafür, dass es klassische Literatur aus dem Jahr 1839 ist, war es aber noch okay, es gibt deutlich schlechter lesbare Texte aus der Zeit. Der Inhalt im Original ist aber ebenfalls komplett obskur und lässt viele Freiräume zur Eigeninterpretation offen. Oft war der Plot nicht ganz klar nachvollziehbar.


Mein Fazit: Sollte man das Original von Edgar Allan Poe kennen?


Wer moderne Neuerzählungen, wie „Was die Toten bewegt“ liest oder auch Neuinterpretationen als Serie anschaut, sollte das Original kennen. Spannend sind auf jeden Fall die Hintergründe, wie die Welt und Gesellschaft rund um das Hause Usher aufgebaut ist. Das bekommt man nur im Original und kommt in den Neuerzählungen oft zu kurz. Mir hat es zur Einordnung schon geholfen.


Klappentext: Was die Toten bewegt von T. Kingfisher


„Auf die Nachricht hin, dass Madeline Usher – eine alte Jugendfreundin – im Sterben liegt, eilt Alex Easton augenblicklich zum entlegenen Stammsitz der Ushers im ländlichen Ruravien, um ihr beizustehen. Was Alex dort vorfindet, ist ein albtraumhafter, düsterer See, umgeben von wild wuchernden Pilzen und einer Fauna, die vom Teufel besessen zu sein scheint. Madeline schlafwandelt nachts und spricht mit seltsam veränderter Stimme, und ihr Bruder Roderick wird von einer mysteriösen Nervenkrankheit heimgesucht. Mithilfe einer bemerkenswerten britischen Mykologin und eines ratlosen amerikanischen Arztes muss Alex das Geheimnis des Hauses Usher lüften, ehe sie ihm alle zum Opfer fallen.“


192 Seiten, Herausgeber ist Cross Cult Entertainment, erschienen am 6. Juni 2024


Gruselstimmung im Hause Usher auf der Basis von Pilzen


In der Mitte steht ein E-Reader mit dem Cover des Buches darauf. Rundherum sind einige Requisiten passen zum Buch aufgestell: Pilze, die leuchten, Pilze aus Holz, ein Seil, Miniatur Grabsteine, Skelette und eine Klavier. Das alles auf dunkelrotem Spitzenstoff.
Pilze und scheinbar untote Tiere: Der Flair in "Was die Toten bewegt" ist makaber und mystisch zugleich.

In „Was die Toten bewegt“ geht es um die besondere Relevanz von Pilzen und wie diese versuchen ein Bewusstsein zu erlangen und an dem tragischen Schicksal rund um die Geschwister Usher verstrickt sind.


Die sympathische Mrs. Potter – mein Lieblingscharakter


Mein Lieblingscharakter war definitiv die sympathische Hobby-Mykologin und Künstlerin Mrs. Potter. Es war sehr spannend sie, dem alten Freund der Familie, Soldat Alex Easton, und einem ebenfalls befreundeten Arzt bei der Suche nach der mysteriösen Krankheit von Madeline Usher zu begleiten.



Horror-Villa gepaart mit Detektiv-Geschichte


Kingfisher’s Neuerzählung liest sich wie eine True-Crime-Geschichte. Soldat Alex Easton erhält einen Brief von seiner langjährigen Freundin Madeline Usher, weil sie krank ist und um ihr Leben fürchtet. Er reist so schnell er kann zum Landsitz der Usher’s an. Auf seinem Weg dorthin, mit seinem Pferd, bemerkt er schon einige Sondernisse in der Natur rund um das Haus und lernt auch schon einige Charaktere kennen, die im Laufe der Geschichte immer wichtiger werden. Der Aufbau und der Weg hinein in die Geschichte ist gut gemacht und so ist man als Leser*in auch schnell mitten im Geschehen.


Die Suche nach der Ursache für die mysteriöse Krankheit von Madeline


Angekommen im Hause Usher, und auch im Laufe des Buches gibt es zahlreiche bildhafte Beschreibungen des Interieurs, der Geschehnisse oder des Geruchs. Das macht die Geschichte so nahbar und weckt auch das ein oder andere Gefühl von Ekel, Abscheu oder auch Zuneigung. Die Spannung wird aufrechterhalten, weil man als Leser Alex bei seinen Ermittlungen begleitet, um hinter die Ursache von Madelines mysteriöser Krankheit zu kommen.


Carela.Creates Buchbewertung: Mein Fazit


Bild mit der Zusammenfassung der Bookreview als Text. Dazu bin ich, eine Frau mit Brille und braunen Haaren, zu sehen, wie ich ein Buch lese.
Carela.Creates Bookreview: 4 von 5 Sternen für "Was die Toten bewegt" von T. Kingfischer.

Ich gebe „Was die Toten bewegt“ von T. Kingfisher gute 4 von 5 Sternen.


Es ist ein sehr atmosphärisches Buch, das wunderbar in den Herbst passt. Am besten liest man es an einem Regentag, wenn die Tage wieder dunkler werden und man sich ein wenig gruseln mag. Für 5 Sterne hat es mir nicht gereicht, weil es am Ende dann doch etwas abstrakt und chaotisch zuging und der Ausgang einige Fragen offen lies. Durch die Atmosphäre sorgt es zwar für kleine Gruselgefühle, aber für Gänsehaut reicht es nicht.







Fortsetzung spielt in Gallazien und Mrs. Potter ist wieder dabei


Der Held der Geschichte, Alex Easton, startet in sein nächstes Abenteuer. T. Kingfisher hat 2024 eine Fortsetzung veröffentlicht: "Was die Nacht verschweigt"* Schon allein die Tatsache, dass mein Lieblingscharakter Miss Potter wieder dabei ist, werde ich mir die Fortsetzung holen und lesen.


Miss Potter und Alex Easton ermitteln wieder – Klappentext


Alex Easton kehrt in einem neuen unheimlichen Abenteuer zurück. Alex Easton möchte der guten Miss Potter, einer Freundin, einen Gefallen tun und reist nach Gallazien. Dort findet Alex ihr Haus allerdings leer vor und der Hausmeister ist tot und über allem hängt eine unheimliche Stille. Die Einheimischen wollen nicht darüber sprechen, was passiert ist. Und keiner von ihnen will einen Fuß auf das Gelände setzen. Die Dorfbewohner flüstern etwas von einer unheimlichen Kreatur aus dem gallazischen Volksglauben. Easton weiß, dass nicht allzu viel Wert auf den Aberglauben der Einheimischen gelegt werden sollte, aber als beängstigende Visionen für schlaflose Nächte sorgen und sich die seltsamen Ereignisse häufen, bleibt keine Wahl, als sich dem dunklen Schatten zu stellen, der über dem Haus hängt … Die Fortsetzung von T. Kingfishers Bestseller-Novelle Was die Toten bewegt.“


192 Seiten, Herausgeber ist Cross Cult Entertainment, erschienen am 4. November 2024


Schatten im zweiten Teil also, ich bin gespannt...


Buchige Grüße


Carmen


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Ich habe das Buch selbst gekauft und unabhängig gelesen, es erfolgte keinerlei Zusammenarbeit mit dem Verlag oder der Autorin.

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